KI in der Einzelfertigung: Vom Experiment zur Wettbewerbsstrategie
Wie sich KI-Funktionen schrittweise in ERP-Systeme, Fertigungsplanung und Angebotskalkulation integrieren lassen, ohne bestehende Prozesse zu destabilisieren, war die zentrale Fachfrage des Kongresses für Einzelfertiger 2026. Am 29. und 30. April diskutierten rund 150 Fach- und Führungskräfte aus der Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung im Tagungszentrum des Van der Valk Hotel Düsseldorf konkrete Ansätze zu KI-Integration, Lieferkettenresilienz, Cybersecurity und zirkulärer Wertschöpfung im Umfeld der Losgröße. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, unter welchen organisatorischen und datentechnischen Voraussetzungen KI in der Einzelfertigung tatsächlich Wirkung entfaltet.
Jens Schulte, Prokurist der ams.Solution AG, brachte die Kernbotschaft des Kongresses auf den Punkt: „Unternehmen sollten KI gezielt und mit überschaubaren Projekten angehen – so kann sich die Wirkung der Technologie nachhaltig entfalten und schnell einen Nutzen erzielen.“
Der Appell richtete sich bewusst gegen die verbreitete Vorstellung, KI-Integration erfordere millionenschwere IT-Projekte. KI-Experte Malcolm Werchota von werchota.ai untermauerte dies mit konkreten Praxisbeispielen: Tools wie Microsoft Copilot ermöglichen bereits heute deutlich schnellere Datenanalysen in der Fertigung – ohne großen Implementierungsaufwand. Entscheidend sei dabei weniger die Technologiewahl als vielmehr die Bereitschaft der Organisation, Prozesse anzupassen.

Keynote Speaker Malcolm Werchota auf dem Kongress für Einzelfertiger 2026 in Düsseldorf
Im ERP-Umfeld liegen einige der derzeit größten Potenziale für Einzelfertiger in der intelligenten Unterstützung von Angebotskalkulation, Fertigungsplanung und Materialbedarfsermittlung. Die anwesenden Branchenexperten sind sich einig, dass die Einführung von KI vor allem eine strukturelle und organisatorische Aufgabe ist und weit über den Umfang reiner IT-Projekte hinausgeht.

