Jobporträt: Senior Platform Product Manager
Carolin Böke arbeitet als Senior Platform Product Managerin bei der SAP SE. Ihren beruflichen Einstieg machte sie als Implementierungsberaterin und begleitete Kunden bei der Einführung von Softwarelösungen zur Datenanalyse. Die dabei gewonnenen Einblicke in die Anforderungen und Herausforderungen der Anwender helfen ihr heute dabei, Produktentscheidungen konsequent am Kundennutzen auszurichten.
Frau Böke, wie lässt sich die Kernverantwortung eines Senior Platform Product Managers kurz umschreiben?
Als Senior Product Manager bin ich dafür verantwortlich, die Weiterentwicklung eines Softwareprodukts zu steuern. Dabei verbinde ich Kundenanforderungen, Geschäftsziele und technische Möglichkeiten zu einer klaren Produktstrategie und treffe die strategischen Entscheidungen zur Weiterentwicklung.
Inwiefern unterscheidet sich Ihre Rolle maßgeblich von der eines Junior Product Managers?
Ein Junior PM hat keine eigene Produktverantwortung, sondern unterstützt seine Kollegen mit der Bearbeitung von Teilaufgaben. Ein Senior hat einen deutlich größeren Verantwortungsbereich und ist der Ansprechpartner für alles, was das Produkt betrifft.
Wie ist Ihr typischer Arbeitstag strukturiert und welche inhaltlichen Schwerpunkte prägen Ihre tägliche Arbeit?
Da ich Teile unserer Platform-Lösung manage, von der viele andere Produkte abhängen, besteht ein Großteil meines Tages aus strategischen Abstimmungen zu Roadmap-Entscheidungen. Ein zweiter Teil ist dann die Analyse bspw. der Produktnutzung oder des User Feedbacks. Das ist essenziell, um datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Ein weiterer Teil meiner Arbeit besteht darin, Kundenperspektiven und fachliche Fragen aufzunehmen, um diese in die Produktentwicklung einfließen zu lassen.
Mit welchen Abteilungen – insbesondere im Hinblick auf interne Entwicklerteams oder andere Fachbereiche – arbeiten Sie am engsten zusammen, und wie gestalten sich diese bereichsübergreifenden Abstimmungen?
Ich arbeite eng mit Entwicklungsteams, unserem Management, anderen Produktteams sowie verschiedenen Fachbereichen zusammen, darunter Marketing und Informationssicherheit. Die Abstimmung erfolgt regelmäßig, um unterschiedliche Anforderungen in der Produktentwicklung zu vereinen.
Was stellt Sie in Ihrem Arbeitsalltag vor die komplexesten Hürden?
Ein Produktmanager ist „nah“ an dem Produkt, aber „weiter weg“ von der eigentlichen Nutzung. Die größte Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Anforderungen von Kunden, Fachbereichen und Entwicklungsteams auszubalancieren und gleichzeitig den langfristigen Kundennutzen des Produkts im Blick zu behalten.
Welcher Bildungsweg und welche Kompetenzen sind für diesen Beruf unerlässlich?
Neben technischem Verständnis sind analytisches Denken, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit wichtig, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Der Bildungsweg kann dabei sehr unterschiedlich sein und reicht von Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Informatik oder verwandten Fachrichtungen.
Welchen Ratschlag würden Sie Personen geben, die diesen Karriereweg einschlagen möchten?
Direkt im Produktmanagement zu starten, halte ich für den Karrierestart nur bedingt für ideal. Ich empfehle, zunächst Erfahrungen in kundennahen Rollen zu sammeln. Wer die Herausforderungen und Bedürfnisse der Anwender aus erster Hand kennt, kann später bessere Produktentscheidungen treffen.
